Manuelle Medizin bei akuten und chronischen Funktionsstörungen am Bewegungssystem

Die Manuelle Medizin ist eine äußerst wirksame, naturwissenschaftliche Behandlungsmethode bei Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und befasst sich grundlegend mit der Wiederherstellung der Beweglichkeit von Gelenken, die in Form und Zusammensetzung intakt sind, deren Funktion jedoch gestört ist. Funktionsstörungen sind hierbei zum Beispiel eingeschränkte Beweglichkeit (Blockierung) der Wirbelsäule und der Gelenke, Verklebungen von Faszien und Verhärtungen und Verkürzungen der Muskeln.

Anwendungsgebiete

Besonders beliebt und erfolgreich angewendet wird die manuelle Medizin bei Rücken-, Gelenk- und Muskelbeschwerden, weil sie eine schonende Therapieform für Sie als Patienten darstellt, bei welchem in vielen Fällen ein operativer Eingriff verhindert oder hinausgezögert werden kann.

Die Diagnostik und Therapie beruht auf biomechanischen und neurophysiologischen Prinzipien und erfolgt unter präventiver, kurativer und rehabilitativer Zielsetzung mit der Hand des Therapeuten, woher der Name "Manuelle Medizin" stammt.  Myofasziale Triggerpunkttherapie und Dry Needeling sind ebenfalls etablierte Verfahren im Rahmen der Manuellen Medizin die ich in meiner Praxis anbiete.

Myofasiziale Triggerpunkt - Therapie

Viele akute und chronische Schmerzen des Bewegungssystems haben ihren Ursprung in der Muskulatur. Eine mögliche Ursache dafür sind die sogenannten myofaszialen Triggerpunkte und begleitenden Faszienveränderungen (Travel u. Simons 2002, Dejung 2009). Triggerpunkte sind wissenschaftlich fundiert untersuchte Phänomene der neuromuskuloskelettalen Medizin.

Definition / Ursache

Sie entstehen durch Überlastung oder traumatische Überdehnung der Muskulatur. Die Folge davon sind mit Sauerstoff unterversorgte Bereiche innerhalb der Muskulatur, die dazu führen, dass es zu Verkürzungen und Verklebungen in diesen Muskelbereichen kommt. Diese Muskelstellen sind dann als Triggerpunkte tastbar: Durch Druck auf diese Muskelstelle wird ein Schmerz ausgelöst, der dann allerdings oft in andere Körperregionen übertragen wird (Referred Pain). Neben Schmerzen können durch diese Triggerpunkte aber  auch Sensibilitätsstörungen, Muskelschwächen, Bewegungseinschränkungen, Beeinträchtigungen der Koordination oder autonom vegetative Reaktionen ausgelöst werden. Die Summe aller durch aktive Triggerpunkte ausgelösten Symptome wird als " Myofasziales Syndrom" bezeichnet.

Therapie

Die Behandlung der Triggerpunkte hilft differentialdiagnostisch zu klären, inwieweit die Muskulatur an Entstehung bzw. Aufrechterhaltung von Schmerzen und / oder Funktionsstörungen beteiligt ist. Sie ermöglicht, die für myofasziale Schmerzen bzw. Funktionsstörungen relevanten Punkte zu finden, und gezielt zu lösen.  Schmerzen werden durch diese Therapieform dort behandelt wo sie entstehen, und nicht unbedingt nur dort, wo sie subjektiv empfunden werden.

Sie umfasst verschiedene Techniken, bei der diese gezielt deaktiviert und das reaktiv veränderte und verkürzte Bindegewebe aufgedehnt wird. Funktionelles Training unterstützt dank physiologischer Belastung und Bewegung den Heilungsprozess und mache die Muskulatur belastbarer, während ergonomisches Verhalten Fehlbelastungen reduziert z.B. bei sitzender Tätigkeit am Arbeitsplatz aber auch bei häuslichen Tätigkeiten oder sportlicher Betätigung im Freien oder beim Training.

Die Wirkungsweise der manuellen Triggerpunkt - Therapie vereint  somit mechanische, reflektorische, biochemische, energetische, funktionelle, kognitiv- emotionale und verhaltenswirksame Effekte (Gautschi 2008).

Dry Needling

Dry Needling ist eine wirksame Ergänzung zu den manuellen Behandlungstechniken der  myofaszialen Triggerpunkt-Therapie. Es ermöglicht eine punktgenaue Behandlung auch tiefer gelegener und manuell schlecht zugänglicher Muskeln.

Hierbei wird mit einer dünnen Nadel ohne Medikament (deshalb der Name dry = trocken) ganz präzise in den Triggerpunkt gestochen, welcher für die aktuellen Beschwerden verantwortlich ist. Dadurch werden lokale Verkrampfungen gelöst, die  Durchblutungssituation verbessert und Entzündungsreaktionen gesenkt.

Das «dry needling» wird bei der Behandlung von Schmerzsyndromen, in der Sportphysiotherapie und der orthopädischen Rehabilitation angewendet.